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DORA · Artikel 26 · TLPT

DORA Threat-led Penetration Testing - Verifizerung der Widerstandsfähigkeit gegen digitale Angriffe

Seit dem 17. Januar 2025 verlangt Artikel 26 der DORA-Verordnung mindestens alle drei Jahre einen Threat-Led Penetration Test - auf produktiven, kritischen Geschäftsprozessen. Diese Seite erklärt, wer betroffen ist, was der RTS verlangt und wie die Umsetzung realistisch aussieht.

Anwendbar seit 17.01.2025·DORA TLPT 2024 abgeschlossen·ENISA-Contributor 2021-2024
Aufgabe dieser Seite

Erklärt Artikel 26 DORA: Anwendungsbereich, Fristen, Anbieteranforderungen.

Die Methodik dahinter steht auf /tiber-eu, die Leistung auf /tiber-dora.

  • Sind wir TLPT-pflichtig - und wer entscheidet das?
  • Welche Fristen und Zyklen gelten?
  • Welche Anforderungen stellt der RTS an ein externes Team?
Artikel 26 in Klartext

Ein Penetrationstest der auf Threat Intelligence basiert - alle drei Jahre. Auf Produktivsystemen.

Artikel 26 der Verordnung (EU) 2022/2554 verpflichtet benannte Finanzunternehmen, mindestens alle drei Jahre einen fortgeschrittenen Test in Form eines Threat-Led Penetration Tests durchzuführen. Der Test muss auf lebenden, kritischen oder wichtigen Funktionen laufen - Staging reicht nicht.

Die technische Ausgestaltung liegt in einem eigenen RTS und lehnt sich eng an die TIBER-EU-Methodik der EZB an. Für Deutschland benennt BaFin/Bundesbank die in-scope-Unternehmen und begleitet die Tests über das nationale TIBER Cyber Team.

Anwendungsbereich

Wer ist in-scope?

Kreditinstitute & Wertpapierfirmen

Signifikante Banken und größere Wertpapierfirmen im Sinne von CRR/CRD.

Zahlungs- & E-Geld-Institute

Große Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute mit erheblichem Transaktionsvolumen.

Marktinfrastrukturen

Zentrale Gegenparteien (CCPs), Zentralverwahrer (CSDs), Handelsplätze.

Versicherer & Rückversicherer

Größere Solvency-II-Unternehmen mit systemrelevanter IKT-Abhängigkeit.

Kritische IKT-Drittdienstleister

Von den ESAs benannte CTPPs mit systemischer Bedeutung für den Sektor.

Ausgenommen

Kleine und Kleinstunternehmen sowie explizit ausgenommene Kategorien laut Art. 16 DORA.

Verbindlich ist die Benennung durch die zuständige Aufsicht. Die Kriterien stehen im TLPT-RTS.

Bereits benannt? Unsere DORA-TLPT-Checkliste führt Phase für Phase durch die Vorbereitung.

Fristen

Was wann fällig ist.

17. Januar 2025

DORA voll anwendbar. Ab hier tickt die Uhr für den ersten TLPT-Zyklus.

2025-2027

Erster TLPT für benannte Institute - Aufsicht erwartet eine substanzielle, TIBER-konforme Durchführung.

Alle 3 Jahre

Wiederkehrende Verpflichtung. Bei signifikanten Änderungen (Fusion, neue Kernsysteme) auch außerplanmäßig.

RTS-Anforderungen an Anbieter

Was der TLPT-RTS von einem externen Team verlangt.

Nachweisbare Red-Team-Erfahrung

Track Record ähnlicher Operationen - nicht nur klassischer Pentests.

Operator-Zertifizierungen

OSCP/OSCE/OSEP oder gleichwertig für alle aktiven Operator:innen.

Rollentrennung

Threat-Intelligence- und Red-Team-Rolle müssen getrennt mandatiert sein.

Sektor-Track-Record

Nachweisbare Erfahrung im Finanzsektor und mit Aufsichtsschnittstellen.

FAQ

Häufige Fragen zum DORA TLPT

Was ist ein DORA TLPT?

TLPT steht für Threat-Led Penetration Test. Artikel 26 der Verordnung (EU) 2022/2554 (DORA) verpflichtet in-scope-Finanzentitäten, mindestens alle drei Jahre einen Threat Intelligence-led Test auf produktiven, kritischen oder wichtigen Funktionen durchzuführen. Die technische Methodik ist im zugehörigen RTS geregelt und stützt sich auf TIBER-EU.

Für wen gilt die TLPT-Pflicht?

Die zuständige Behörde (in Deutschland BaFin/Bundesbank) benennt die in-scope-Unternehmen anhand von Größen-, Risiko- und Systemrelevanz-Kriterien nach RTS. Faustregel: signifikante Kreditinstitute, große Zahlungsdienstleister, zentrale Gegenparteien, Handelsplätze, große Versicherer und wichtige IKT-Drittdienstleister mit systemischer Bedeutung. Kleine und Kleinstunternehmen sind explizit ausgenommen.

Seit wann gilt die Pflicht?

DORA ist seit dem 17. Januar 2025 anwendbar. Die erste TLPT-Runde für benannte Institute läuft in den 24-36 Monaten danach. Wer benannt ist, aber noch nicht getestet hat, sollte spätestens jetzt die Vorbereitung starten - realistisch sind 6-9 Monate von Kick-off bis Abschluss.

Muss der Test auf produktiven Systemen laufen?

Ja. Der TLPT-RTS verlangt einen Test auf den tatsächlich produktiven, kritischen oder wichtigen Funktionen. Ein reiner Test auf Staging-Umgebungen erfüllt die Anforderung nicht - das ist der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Penetrationstest.

Wer darf einen DORA TLPT durchführen?

Der RTS verlangt qualifizierte externe Anbieter mit nachgewiesener Red-Team-Erfahrung, Track Record im Finanzsektor, Zertifizierungen der Operator:innen (OSCP/OSCE/OSEP oder gleichwertig) und einer Trennung zwischen Threat-Intelligence- und Red-Team-Rolle. Ein internes Team ist nur unter engen Zusatzvoraussetzungen zulässig.

Was passiert, wenn ein Institut den TLPT nicht durchführt?

Aufsichtsrechtliche Maßnahmen bis hin zu Anordnungen und Bußgeldern sind möglich. DORA gehört in Deutschland zu den kritischen Aufsichtsthemen 2025/2026 - ein nicht durchgeführter TLPT wird spätestens im nächsten Aufsichtsgespräch zur Priorität.

Kann Exploit Labs den TLPT liefern?

Ja. Wir haben 2024 einen DORA TLPT für ein reguliertes Institut abgeschlossen und waren 2021-2024 ENISA-Contributor zu europäischen TLPT-Rahmenwerken. Wir übernehmen die Red-Team-Rolle und koordinieren mit einem separat mandatierten Threat-Intelligence-Provider - genau so, wie es der RTS verlangt.

Bereit für den ersten TLPT-Zyklus?

Wir prüfen mit Ihnen Scope, Fristen und Rollen - und legen einen realistischen Zeitplan bis zur Attestation.

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